Heute ist Sonntag, der 09.09. und ich sitze noch immer in meinem Zimmer auf der Reha in Bad Oexen. Wie letzte Woche angekündigt, gibt es heute meinen zweiten Teil.  Hier findet ihr den ersten Teil meiner Reha-Erfahrung. In diesem Beitrag geht es um die Themen: Ärzte, Zimmer, Umgebung und wieder Menschen.

Ärzte

Ein wichtiger Aspekt jeder Reha ist auch die medizinische Versorgungslage. Jeder Patient hat eine Aufnahmeuntersuchung und einen zugeteilten Arzt. Der Arzt ist auch immer ein Facharzt mit onkologischer Kenntnis (bei mir z.B. ein Urologe). Zusätzlich gibt es jede Woche mindestens eine Visite. Die Qualität ist zwar nicht auf dem Niveau in einer Uni-Klinik, aber die Ärzte sind offen, gehen auf Probleme ein und sind immer ansprechbar. Das sind wichtige Eigenschaften in der Nachsorge. Immerhin steht hier nicht die Akutbehandlung im Vordergrund.

Wenn sie mal nicht weiter wissen, kann der Patient auch sofort in eine Klinik gebracht werden. Wir hatten hier schon einige Notfälle. Die Versorgung hat reibungslos geklappt und das medizinische Personal nimmt solche Fälle auch ernst.

Zusätzlich kann man auch bei Erkältungen etc. immer zu den sehr freundlichen Schwestern gehen. Somit ist auch die normale medizinische Versorgung sichergestellt.

Zimmer und Gebäude

Die Klinik Bad Oexen besteht aus vielen Gebäudekomplexen und ist sehr weitläufig. Es gibt einen Altbau, Neubau und einige Kinderhäuser. Die Einrichtung ist zwar im Neubau attraktiver als im Altbau, aber auch alten Hauptgebäude, in dem ich wohne, ist alles in gutem Zustand und völlig ausreichend. Die Gemeinschaftsräume sind zudem sehr gut eingerichtet und es gibt unzählige Sitzgelegenheiten, die auch ausgiebig genutzt werden.

Aber hier sagen Bilder meist mehr als Worte, deshalb habe folgt nun eine kleine Vorstellung meines Zimmers:

Mein Bad

Mein Bett mit TV in Bad Oexen

Mein Zimmer mit Balkon in Bad Oexen

Umgebung

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Umgebung, in der die Reha-Klinik Bad Oexen liegt. Bad Oexen gehört zu dem Kurort Bad Oeyenhausen. Dementsprechend ist in der kleinen Stadt alles auf Kurgäste ausgelegt. Es gibt einen großen Kurpark und viele Restaurants und Cafes. Wir waren bisher bei einem guten Italiener (Paradiso), einem Spanier (Don Pedros), einem Bulgaren (Bulgaria) einem Griechen (Delphi) und dem Burgerladen (Tölkiens Fleischerimbiss). Die Qualität ist meist gut und die Auswahl auch ansprechend, aber natürlich nicht mit der Metropole Berlin zu vergleichen. Wer genauere Tipps haben will, kann ruhig in die Kommentare schreiben.

Der Freizeitwert der Umgebung ist auch relativ hoch, weil sich direkt vor der Klinik ein Ausläufer des Teutoburger Waldes, das Wiehengebirge, befindet. Dieser kleine „Hügelzug“, wie ich als Bayern es mal nenne, ist ideal für kleine Wanderungen oder eine Radtour. Zusätzlich liegt etwa 15-20 km entfernt die Porta Westfalica mit dem großen Kaiser-Wilhelm Denkmal und einem schönen Wanderweg.

Falls das nicht reicht, kann man noch Ausflüge nach Minden, Hamm, Bielefeld oder Münster machen. Ich selbst habe mich aber entschieden, meine Zeit vor Ort zu verbringen und einfach zu chillen.

Fazit Reha

Meine Reha geht zwar noch bis Donnerstag, den 13.09.2018, trotzdem gibt es hier schon ein kleines Fazit von mir: Die Reha-Zeit wirkt wie eine Blase. Du wirst kurzfristige und teilweise herausgenommen aus dem Alltag und aus den Sorgen der Krankheit. Dadurch liegt der Fokus voll auf dir.

Du kannst entscheiden, ob du dich entspannst, Sport treibst oder deine Zeit mit anderen verbringen möchtest. Durch das Aktivitätsprogramm hast du einen Tagesplan und bist sinnvoll beschäftigt. Ich habe die Zeit als Mischung zwischen Urlaub und Klassenfahrt empfunden. Dadurch konnte ich entspannen, aber bin nicht völlig auf der faulen Haut gelegen. Ich musste zu Terminen erscheinen und mich auf fremde Leute einlassen. Mir hat das gut gefallen. Trotzdem hatte ich genug Zeit, nachzudenken, was ich eigentlich will und was im letzten Jahr überhaupt passiert ist. Die psychologische Komponente kommt also nicht zu kurz, wenn man sich drauf einlässt.

Ich habe mich auf mich selbst eingelassen und die Zeit genossen.

Danke an alle

Zusätzlich wollte ich an dieser Stelle dem gesamten Reha-Personal danken. Sie machen eine super Arbeit und sind immer freundlich. Außerdem möchte ich noch die ganzen Reha-Bekanntschaften erwähnen, ohne die der Trip deutlich trister gewesen wäre: Christel, Simone, Pavlo, Anil, Volker, Tobi, der Eineiige-Basti, Annika, Simone, Sandra, Loretta, Torsten, Jürgen, Sven, Meike, Michael, Karo, Bianca, Nadine (gute Besserung!), Kathrin, Schlagzeuger-Basti und natürlich das Küken Tina! Ich hoffe, dass ich einige wieder treffe und sich alle in 20 Jahren noch an die Reha erinnern 🙂

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