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Heute ist Montag der 19.03.2018 und die ganze Sache zieht sich schon knapp über 2 Monate hin. Am 11.01. hatte ich die inneren Blutungen und am 12.01. war klar, dass es Krebs ist. Zum Glück und dafür bin ich wirklich dankbar, gibt es auch bisher keine starken Nebenwirkungen der Chemo außer Müdigkeit und Schwäche. Die einzige Maßnahme lautet: ich soll Mundschutz tragen und Zuhause bleiben, weil mein Immunsystem schwach ist. Aber immerhin hält mein Körper durch. Er zeigt keine Anzeichen einer Infektion. Das freut mich.

Wie geht es sonst weiter? Ich war heute bei der Blutabnahme und werde nachher angerufen, ob wir die Stammzellen morgen sammeln können. Im Moment muss ich einfach warten bis mein Körper genug Stammzellen gebildet hat. Falls sich bis morgen genügend Zellen gebildet haben, werde ich an eine Maschine angeschlossen und in einer etwa fünf stündigen Prozedur werden die Stammzellen herausgefischt. Falls auch morgen nicht genug Zellen vorhanden sind, warten wir weiter oder brechen den Prozess ab. Es wäre sowieso nur ein Backup, falls eine Hochdosis ansteht. Bisher steht dieser Schritt aber nicht zur Debatte, weil die Tumormarker sich gut entwickeln und abgefallen sind.

Der 3. Zyklus (= die nächste Gabe an Chemomitteln) wird dann nächste Woche beginnen. Ich werde vermutlich am 27.03. ins Krankenhaus eingewiesen.  Mittwoch geht es dann los und ich bekomme wieder Gift/Heilmittel für 5 Tage. Vorher werden natürlich die Tumormarker erhoben und wir sehen, wie die letzten 3 Wochen angeschlagen haben. Das ist immer der spannendste Augenblick, den ich mir am liebsten ersparen würde. Ich bin davor immer aufgeregt und ich habe Angst die Zahl zu erfahren. Denn in dieser spiegelt sich der Fortschritt meiner Krebsbehandlung wieder und es beunruhigt mich, wenn es keinen Fortschritt gibt. Immerhin WILL ich, dass das ganze nur eine Episode von einem halben Jahr bleibt. Manchmal denke ich mir fast, diese Forderung ist anmaßend, bei so einer Krankheit, weil diese Hoffnung schon viele vor mir hatten. Meine Strategie ist es daher, die Sorgen  nicht überhand nehmen zu lassen und einfach von Tag zu Tag zu schauen, wie ich mich fühle und was ich am besten machen kann.

Die Zukunft kommt in jedem Fall, ich konzentriere mich erstmal auf das Positive in der Gegenwart. Natürlich halte ich euch auf dem Laufenden.

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