Heute ist Mittwoch, der 04.07.2018 und ich war beim Oberarzt der Charite, um die Gewebeprobe zu besprechen und alle Klammern aus meinem Körper zu entfernen. Der Pathologiebericht ist geprägt von Fachchinesisch, trotzdem gibt es hier einen Auszug:

Fibroadipöses Weichgewebsresektat mit einer Pseudozyste mit unterschiedlich alten Einblutungen und angelagerten Fibrinpräzipitaten, passend zu einem Serom. Begleitende chronisch-xantöse, teils granulomatöse Entzündung mit Nachweis mehrkerniger Riesenzellen vom Fremdkörpertyp sowie Fettgewebskrosen. Miterfasst regelrechte tumorfreie Nebenhodenanteile sowie von einschichtigem Epithel ausgekleidete Ductuli.

Ihr versteht nur Bahnhof? Ich auch. Deshalb folgt im Anschluss immer eine Erklärung: Am vorliegenden Material kein Nachweis vitaler Tumorzellen.

Das entnommene Material (Tumor, toter Samenstrang, Nebenhoden und Lymphknoten) weist keinen aktiven Krebs mehr auf. Wir gehen davon aus, dass die Chemiekeule die Krebszellen vernichtet hat. Natürlich kann es theoretisch im Körper noch andere Herde geben. Diese Verräterzellen müssten sich aber in der Bildgebung (MRT/CT) erst nachweisen lassen oder die Tumormarker müssten ansteigen. Beides ist bis nicht der Fall. Daher bin ich extrem optimistisch, dass mein Körper eine Krebsfreie Zone darstellt 🙂

Natürlich werde ich weiter eine engmaschige Nachsorge betreiben. Falls sich die Verräter irgendwie zeigen, wird wieder gehandelt. Auch wenn ich auf weitere OPs oder eine Hochdosis gerne verzichten würde. Die Folgen für den Körper sind spürbar.

Ich verarbeite nämlich gerade die Nachwirkungen der Operation. Ich sitze meist Zuhause und habe Wund- oder Rückenschmerzen. Trotzdem versuche ich unter Schmerzen spazieren zu gehen und warte darauf, bis mein Körper sich heilt. Vermutlich wir das noch 2-3 Wochen dauern, weil ein Bauchschnitt keine Kleinigkeit ist. Danach wird Mitte August auch eine Reha in Bad Oexen anstehen.

Danke: 

Ich möchte mich bei allen bedanken, die mir auch in der Zeit während der Operation geschrieben haben. Jede Nachricht hat mich sehr gefreut und mir bei der Verarbeitung geholfen.

An vorderster Front im Kampf gegen die Verräterzellen sind hier die Operateure/Ärzte und die Krankenschwestern der Charité Mitte zu nennen. Sie haben einen guten Job gemacht und die Krankenhausaufenthalte trotz Schmerzen erträglich gestaltet. Alle haben (bzw. werden) natürlich noch ein wenig Schokolade oder Wein erhalten. Aber heute muss ich erst einmal ausspannen.

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