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Heute ist Freitag der 23.03.2018 und ich bin wieder zurück aus dem Krankenhaus. Die letzten zwei Tage war ich im Virchow Klinikum im Berliner Norden. Wir haben in der dortigen Stammzelleneinrichtung meine Stammzellen gesammelt.

Das Verfahren der Stammzellengewinnung sieht wie folgt aus:

  1. Der Patient bekommt je nach Medikament eine oder mehrere Spritzen und beginnt die Stammzellen-Mobilisierung. In meinem Fall war es nur eine Spritze Neulasten. Der Wirkstoff Filgastrim regt das Knochenmark an. Dadurch werden die Stammzellen, die sich in diesem befinden in das normale Blut ausgeschüttet. Bei diesem Prozess kann es als Nebenwirkung zu Rückenschmerzen kommen, die bei mir aber nicht eingesetzt haben.
  2. Nach etwa 5 Tagen wird das Blut kontrolliert, ob sich schon genug Stammzellen gebildet haben. Ich musste 3 Tage hintereinander zur Blutabnahme, weil der Zeitpunkt an dem dies passiert, nicht richtig berechenbar ist. Am Dienstag war dann klar, dass es so weit ist und wir am Mittwoch mit der Sammlung beginnen können.
  3. Die Sammlung ist der wichtigste Schritt. Hier wird der Patient an eine Maschine angeschlossen. Dabei wird in jeweils beide Arme ein Schlauch gesteckt. Der eine Schlauch dient zur Blutentnahmen, der andere zur Rückführung. Dadurch wird die Maschine mit den Schläuchen zum Teil des eigenen Blutkreislaufs. Die Maschine filtert die Stammzellen und das Blutplasma aus dem normalen Blut heraus und beginnt so den Sammlungsprozess. Dieser Prozess dauert bis zu 5 Stunden und man kann die ausgestreckten Arme kaum bewegen, weil jede Bewegung den Kreislauf unterbricht. Ich bin also für 5 Stunden recht bewegungslos im Bett gelegen und habe Musik gehört. Die Krankenschwestern haben sich derweil rührend um mich gekümmert.
  4. Oft ist am Anfang nicht klar, ob eine Sammlung von 5 Stunden ausreicht, um genügend Stammzellen zu erhalten. In meinem Fall mussten wir 2 Tage (Mittwoch und Donnerstag) einplanen. Daher konnte ich erst heute entlassen werden. Die einzige Nebenwirkung war eine stärke Schwäche durch den Blutverlust und mein angeschlagenes Blutbild. Eigentlich werden viele Maßnahmen und Entscheidung nur auf Grund von Blutwerten getroffen. Manchmal mutet das sehr komisch an. Aber die Onkologen sind recht geübt darin.
  5. Die Stammzellen werden dann eingefroren und mir wieder übergeben, wenn wir eine Hochdosistherapie machen (Plan B). Im Moment sieht es aber zum Glück nicht danach aus.

Zum Abschluss gibt es noch ein kleines Bild von mir:

Chemo Tag 38: Sammlung 1

 

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