Krebspatienten haben immer ein hohes Informatiosnbedürfnis, weil die Krankheit Krebs viele Unsicherheiten erzeugt. Zusätzlich müssen sie weitreichende Entscheidungen treffen und wollen wissen, welche Therapieschritte anstehen. Deshalb gibt es neben viele einschlägigen Webseiten nun auch eine App der GeSRU (German Society of Residents in Urology). Die gleichnamige App für Hodentumore findet ihr im Google Play Store oder für iOS im iTunes Store.

Die App selbst richtig sich eigentlich an Assistenzärzte und niedergelassene Urologien, die ihren Patienten nach dem Staging eine Therapieempfehlung abgeben müssen.

Staging bezeichnet man die Einteilung des Krebs nach seiner Entdeckung und den ersten Diagnoseschritten. Diese Schritte umschließen eine Gewebeprobe, die Tumormarker und die Bildgebung (MRT/CT). Durch das Staging wird das Stadium des Krebs ermittelt. Das Krebstadium wiederum schreibt die Therapieempfehlungen vor. In der App werden diese komplexen Sachverhalten zusammengefasst.

Der Einstiegsbildschirm mit den Grundfunktionen

Der Arzt oder Krebspatient muss nur die jeweiligen Diagnosewerte (Tumormarker, Ergebnisse der Gewebeprobe etc.) eingeben und erfährt dann, welche Therapie laut Richtlinien angewandt oder welches Nachsorgeschema empfohlen wird.

Das Staging am Beispiel von seminomen Hodentumoren

Außerdem bietet die App eine kurze und knappe Übersicht der Bedeutung aller Staging-Variablen und erklärt kurz die Prognose-Einteilung auf Grund statistischer Modell für die jeweiligen Stadien.

Erklärung und Bedeutung der Staging-Begriffe und der Risiken

FAZIT:

Die App ist nicht sehr spektakulär. Das Interface ist intuitiv und klar strukturiert. Inhaltlich präsentiert die App Fachwissen für mobile Geräte. Allerdings erklärt sie die Fachwörter kaum und setzt aus Sicht des Krebspatienten zu viel Fachwissen voraus. Kein Wunder, die Zielgruppe der App sind Urologen. Allerdings hat die Anwendung mir geholfen, einen Überblick über mögliche Szenarien zu erhalten und die Terminologie der Urologen besser zu verstehen. Im Sinne des „aufgeklärten Patienten“ ist die Apps durchaus sinnvoll, weil der Patient sich dadurch auch selbst ein Bild verschafft und auch die Ärzte mit eigenen Fragen herausfordern kann.

Hinweis: Ich würde als Einstiegsquelle für Hodentumore lieber auf das Urologielehrbuch oder den blauen Ratgeber der Deutschen Krebshilfe zurückgreifen.

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